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Sein gastronomisches Comeback hatte Michael Schulz ab 2019 als Küchenchef im Irma la Douce, wo er 2021 seinen ersten Stern erhielt. Das Irma La Douce ist ein ganz besonderer Ort in Berlin, an dem sich die Heldin aus Billy Wilder’s gleichnamigen Kultfilm sehr wohl gefühlt hätte. Im Restaurant von Jonathan Kartenberg werden das Savoir-vivre und die hohe Kochkunst gleichermaßen gefeiert. Küchenchef Michael Schulz wandelt Klassiker der französischen Küche – von Austern, über Tatar und Bouillabaisse bis Boeuf Bourguignon – in aromenreiche Neu-Interpretationen. Und die Weinauswahl von Sommelier Sascha Hammer steht mit gut 300 Positionen und 50 Champagnersorten für Vielfalt und Hochgenuss. So ist Irma La Douce unprätentiös, aber imposant und dabei voller Leichtigkeit.

Für Michael Schulz ist Koch ein absoluter Traumjob, dabei hätte der 38-jährige seine Berufung beinahe überhört. Geboren wurde er am 19.4.1983 in in Königs Wusterhausen. Als Teenager schien es für ihn dort keine andere Möglichkeit zu geben, als Kfz-Mechaniker, Tankwart oder Fleischer zu werden, also übte er sich als Punk lieber in Rebellion – eine Erfahrung, die ihm heute noch in der Küche im Irma la Douce zugutekommt. Der Weg dorthin war allerdings nicht leicht: Im Restaurant Reinhards im Nikolaiviertel lernte Schulz ab 1999, dass man sich trotz harter Arbeit und Stress für eine Sache begeistern kann. Hatte er die Ausbildung zum Koch eher aus der Not heraus begonnen, beendete er sie nach zwei Jahren als Neugieriger, der zwischen den langen Schichten Kochshows ansah, Kochbücher las und sich mit Kollegen austauschte. Seine groben Grundkenntnisse verfeinerte er bei seiner ersten richtigen Anstellung im Kavalierhaus in Caputh, wo er bereits Azubis anlernen durfte. Nach 1 Jahr und acht Monaten wechselte Schulz als Sous Chef in die Ganymed Brasserie zu Vincent Garcia, der ihn alles über Fisch, Krustentiere, Entenleber und Co. lehrte. Schulz blieb zwei Jahre und ist Garcia noch heute eng verbunden. Nach drei Praktika wechselte der mittlerweile 24-jährige ins VAU, wurde schnell Chef Saucier und schließlich Sous Chef. Als 2007 „Der Feinschmecker“ mit Aquavit die besten Fischköche suchte, belegte Michael Schulz den dritten Platz. Eine ganz andere Seite des Kochens entdeckte Schulz ab 2010 im 3-Sterne-Restaurant Rutz. Die hohe Kunst der Improvisation, die geschmackliche Vielfalt von Innereien und die Möglichkeiten, Produkte ganzheitlich einzusetzen, eröffneten ihm neue Welten. Nach zwei Jahren ließ er sich auf das TV-Abenteuer „Hell‘s Kitchen“ mit Frank Rosin ein, während er im ETA Hoffmann kochte, ehe er der Fischerklause am Lütjensee von Gerhard Retter als gastronomischer Berater und Küchenchef 14 Punkte im Gault&Millau erkochte. Nach einer Saison kehrte Schulz zurück nach Berlin und wurde Sous Chef im Ellington Hotel Duke bei Florian Glauert. Als Küchenchef in der Operativen eröffnete Schulz mit Björn Swanson das Golvet, welches schließlich mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Nach einer Auszeit arbeitete Michael Schulz 2018 als Produktionsleiter bei Berlin Cuisine. Sein gastronomisches Comeback hatte er ab 2019 als Küchenchef im Irma la Douce, wo er 2021 seinen ersten Stern erhielt.

 

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